Die Reaktionen der PSK und des VKI auf die PSK Kontobox NEU
Nach den heftigen Reaktionen seitens der Kunden welche die PSK Briefe vom 21 April 2009 ausgelöst hatten gibt es nun zwei erste Antworten, eine direkt von der PSK, eine vom Verein für Konsumenteninformation VKI. Beide möchte ich hier publizieren.
Auf meine Mail an den Leiter der Privatkundenabteil der PSK , Herrn Manfred Feichter bekam ich folgende Antwort:
Sehr geehrter Herr Malo!
Vielen Dank für Ihre Nachricht, in der Sie uns Ihren Widerspruch zur geplanten
Kontoumstellung auf das neue Kontomodell mitteilen und natürlich auch für Ihr
ausführliches Feedback. Die BAWAG P.S.K. hat im letzten Jahr umfangreiche
Marktanalysen – Kunden- und Nichtkundenbefragungen, Mitbewerbsanalyse und
Analyse interner Daten – durchgeführt. Um künftig besser auf die Bedürfnisse der
Kunden einzugehen, haben wir daher neue Kontenmodelle entwickelt.
Die neuen Kontenmodelle bieten wir bereits seit November 2008 an und sie sind
bei sehr vielen unser KundInnen auf großen Zuspruch gestoßen. Auf dieser Basis
haben wir auch für Sie einen Vorschlag erstellt. Falls dieser Ihnen nicht
zusagt, gibt es natürlich die Möglichkeit, sich für einen anderen Kontotyp zu
entscheiden oder zu widersprechen.
Gleichzeitig teilen wir Ihnen mit, dass Ihre Geschäftsverbindung mit der BAWAG
PSK unverändert aufrecht bleibt und die mit Ihnen bisher vereinbarten
Kontobedingungen weiter bestehen bleiben und ich würde mich freuen, wenn Sie
auch in Zukunft unser Kunde bleiben würden.
Ich hoffe, dass Sie uns auch in Zukunft Ihr Vertrauen schenken und unsere
Angebote und Dienstleistungen in Anspruch nehmen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Feichter
–
Interessant wäre zu erfahren bei welcher Kundenschicht dieses neuen Kontomodelle, welches nur aus eine Gebührenerhöhung besteht, auf großen Zuspruch gestoßen ist? Meine Annahme: Durch gezielte Desinformation wurde den Kunden dieses Produkt einfach als das Bessere verkauft, bzw. gibt es für Neukunden ja keine andere Alternative mehr. Weiterhin schreibt Herr Feichter, dass dieses neue Kontomodell für mich ein ‘Vorschlag’ seitens der Bank ist. Ein Vorschlag ist leider für mich etwas ganz anderes, als eine Zwangsumstellung.
Ich möchte nochmal alle PSK Kunden darauf hinweisen: Legen sie innerhalb der nächsten 5 1/2 Wochen unbedingt Einspruch gegen diese Kontoumstellung ein. Um sich die Kosten eines eingeschriebenen Briefes zu sparen, sollte man das am Besten gleich direkt bei nächster Gelegenheit in der nächsten PSK Filiale erledigen.
Ob und wie lange man im alten Kontobox Modell bleiben kann bleibt unklar, meine Vermutung ist aber, dass dies nicht der letzte Versuch seitens der Bank bleiben wird.
Hier jetzt die Antwort des Vereins für Konsumenteninformation VKI
Sehr geehrte/r Konsument/in!
Vielen Dank für Ihre Anfrage.
Wenn Sie Ihr altes, günstigeres Konto behalten möchten, sollten Sie innerhalb der Frist der Änderung widersprechen. Die Bank kündigt laut eigenen Angaben auf der Homepage die Konten nicht.
Unsere Juristen prüfen noch, ob die Vorgangsweise der BAWAG rechtlich zulässig ist. Diese Prüfung kann aber noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Wenn wir dazu ein Verfahren führen, lesen Sie dies auf der Seite unseres Bereiches Recht www.verbraucherrecht.at.
Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an unsere Finanzierungshotline unter Tel. 0900 / 940 024 (Tarif bis max.€ 1,09/Min.).
Unsere Experten stehen Ihnen in der Zeit von Mo-Fr von 09.00-15.00 Uhr gerne für ersten Rat und Hilfe zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr VKI Beratungs-Team
Verein für Konsumenteninformation
ZVR: 389759993
A-1060 Wien, Mariahilfer Straße 81
Tel: (+43 1) 58877-0/Fax: (+43 1) 58877-71
beratung@vki.at
Es gilt also wohl abzuwarten ob der VKI gegen diese Vorgehensweise der Bank vorgehen wird oder nicht, auf jeden Fall wird hier einmal juristisch nachgeprüft und die notwendigen Stellen sind informiert. Fakt ist wohl, dass in der Zwischenzeit tausende PSK Kunden zwangsweise umgestellt werden, da sie diese Informationen nicht erhalten, oder z.B. länger verhindert sind (Krankenhaus, mehrwöchiger Urlaub).
Mit der Kontobox NEU der PSK erhöhen sich ihre Gebühren übrigens sehr stark, den größten Anteil machen dabei einerseits die Buchungszeilenkosten von 15 Cent aus (Bei mir selbst wären das ca. 9 Euro im Quartal), und die stark erhöhten Sollzinsen.
Vergleicht man die Kontobox NEU z.b. mit den Angeboten der Spardabank, welche in allen Landeshauptstädten bis auf Wien vertreten ist, so ist die Argumentation der PSK immer noch eines der günstigsten Produkte zu haben wohl bald hinfällig. Vor allem Kunden aus Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Tirol, der Steiermark und Vorarlberg sollten sich einen Wechsel überlegen.
Kostenlos ist bei der Spardabank gegenüber der PSK nun:
* Die Kontoführung (ohne Wenn und Aber)
* Jede Buchungszeile
* Barauszahlungen am Schalter (kosten 50 Cent bei der PSK)
* Auslands-Scheckgebühren sind deutlich niedriger (zumindest ich selbst bekomme öfters noch Schecks, die PSK verlangt Pauschal 14 Euro, die Spardabank eine Grundgebühr von 3,12 Euro + 0,375% des Betrages)
* Die Sollzinsen sind verhandelbar, und liegen im Bereich zwischen 8,82 und 14,33%
* Die Maestro Karte kostet jedoch 22 Euro! (muss aber nicht genommen werden)
* Kontoauszüge per Post kosten Postgebühren (können aber auch selbst gedruckt werden über ein eigenes System)
* Die Kontoeröffnung kostet einmalig 25 Euro
Wer also völlig kostenlose Bankgeschäfte tätigen möchte muss sich ein Spardabank Konto ohne Bankomatkarte nehmen, und auf die Kontoauszüge per Post verzichten, und sich zusätzlich ein kostenloses Konto der Deutschen Kreditbank eröffnen – unter www.dkb.at . Dort erhält man eine Visa Card und eine Maestro Karte kostenlos. Man muß halt selbst dafür sorgen, dass Geld auf dem DKB Konto ist (welches dafür aber mit 2,55% Verzinst wird!!)
Wer keine Geldgeschäfte am Bankschalter macht (Geld einzahlen, Schecks einlösen, sehr hohe Beträge abheben), der nimmt einfach nur ein Konto der DKB.
Alternativ gibt es noch das kostenlose Konto der Easybank – jedoch muss man hier einen Gehaltszettel vorweisen. (bzw. ein pfändbares Einkommen, womit zumindest Studenten, Rentner, Lehrlinge(?) nicht zu diesem Konto kommen)
Freitag, 24. April 2009 22:13
Auch die BAWAG-Kunden wurden jetzt angeschrieben mit der gleichen Vorgehensweise!
(Kontoführung auf den ersten Blick günstiger aber 150 Buchungszeilen, etc. …)
Ein Tipp:
Letztes Jahr habe ich von der BAWAG zur EASYBANK gewechselt, die ja auch zur Bawag P.S.K. gehört. Seitdem habe ich mich von Kontogebühren komplett verabschiedet, da eigentlich fast alles Gratis ist. Ein Kontowechsel ist zwar immer etwas mühsam (besonders in derselben Bankengruppe vom teuren Konto zum billigen), aber ich musste mich nicht umstellen: Internet-Banking funktioniert gleich wie bisher gewohnt – Bareinzahlungen kann ich in jeder Bawag-PSK Geschäftsstelle kostenlos erledigen. Für mich persönlich wäre das die einzig richtige Reaktion auf so einen Brief, so macht man dieser Bankengruppe am meisten Arbeit und die verdient am Ende wesentlich weniger als vor Ihrer genialen Marketingidee “Wie verschaukele ich meine Kunden”.
Gratis Kontoführung, alle Buchungsposten gratis, Gratis Bankomat und Kreditkarte, günstige Sollzinsen
siehe http://www.easybank.at/easybankv2/Produkte/giroprodukte/easygratis/Preisblatt.html
Donnerstag, 30. April 2009 14:21
schon sehr sonderbar diese Kommentare. Selbstverständlich ist eine Erhöhung der Spesen immer ein Ärgerniss, jedoch sollten alle mal bedenken, dass alles teurer wird! Strom, Benzin, Essen, Kleidung, Mieten….. Und sicherlich werden sie alle in einem Unternehmen arbeiten, welches Produkte nicht mehr um den selben Preis wie vor 10 Jahren verkauft, oder??? Und wer nciht will kann sich ja woanderst ein billigeres Konto suchen. Viel Spass. Also nicht schimpfen sondern denken.
Donnerstag, 30. April 2009 19:05
Hallo Herr K. von der Post (leider verrät sie ihre IP Adresse)
Das Produkte teurer werden wird jeder Konsument verstehen – und wenn man das dem Kunden erklärt, kommt es auch nicht zu einem solchen Ärger.
Was jedoch verärgert, ist die geheime Erhöhung der Gebühren, welche dann als NEUES Produkt verkauft wird, welches dem Kunden auch noch als das BESSERE Produkt empfohlen wird. Dieses vorgehen der PSK ist eine Verhöhnung der denkenden Kunden. Sie werden also verstehen wenn ich sage: Wir haben schon etwas weiter gedacht, und dann geschimpft. Ihr letzter Satz ist also hinfällig.
Und wenn es einfach eine Gebührenerhöhung ist – warum ist es dann den Kunden möglich dagegen Einspruch zu erheben, und beim alten Kontomodel zu bleiben? Es sieht so, aus als hätte die PSK Marketingabteilung wieder einmal ganz schlau gedacht: Die dummen Kunden sollen einfach mehr zahlen, und die paar die es Verstehen können halt beim alten Gebührenmodell bleiben.
Alle die diesen Artikel lesen werden natürlich Einspruch erheben. Und die großen Reaktionen zeigen ja, dass hier hoffentlich noch mehr Kunden der PSK erreicht werden können.
Von da her ist das Ärgernis nicht die Gebührenerhöhung, sondern das Vorgehen der Bank, und der Aufwand schriftlich Einspruch erheben zu müssen.
Beim Billa steht ja auch nicht: Jetz kostet die Milch 1,50 Euro, sie können aber schriftlich Einspruch erheben und zahlen dann wieder den alten Preis…
Freitag, 1. Mai 2009 22:56
Hallo Leute!
Ich habe mich bezüglich “Kontobox NEU” an den VKI gewandt. Gestern erhielt ich Antwort in der steht “…der VKI ist vom BMASK beauftragt, gegen diese Vorgangsweise mit Verbandsklage vorzugehen.”
Das ist zwar keine Garantie dafür, dass die BAWAG-PSK im Unrecht ist bzw. verurteilt wird, allerdings wird vom VKI nicht geklagt wenn gar keine Aussicht auf Erfolg besteht.
Ich persönlich werde meine “Kontobox ALT” behalten, allerdings erzähl ich jedem Menschen den ich treffe von der neuesten Aktion meiner Hausbank und empfehle Konditionenvergleich und Widerruf.
Samstag, 2. Mai 2009 14:39
Danke für diese Nachricht Zombie.
Dann halten wir dem VKI mal die Daumen – bis da was heraus kommt wird es zwar ewig dauern, aber ich versuche weiter darüber zu Berichten wenn es Neuigkeiten gibt.
Montag, 8. Juni 2009 13:43
Vielen Dank für die Veröffentlichung dieser Informationen. Ich bin tatächlich erst letzten Freitag von einem dreimonatigen Auslandsaufenthalt zurückgekehrt und habe gerade noch von der Umstellung erfahren.
Ein Anruf bei der PSK unter der angegebenen Telefonnummer wurde von einer automatischen Ansage entgegengenommen: die Nummer sei nicht mehr gültig. Über die Zentralstelle bin ich dann bei einer netten Dame gelandet, die mir offen beigepflichtet hat, dass die Umstellung für mich ausschließlich mit Mehrkosten verbunden ist und ich solle eine E-Mail an kontoinfo@psk.at senden — was ich auch getan habe.
Die Antwort kam heute und enthält in etwa den oben zitierten Wortlaut. (Der Widerspruch wurde anerkannt, ist somit noch reichtzeitig eingegangen.)
Ich halte die Vorgangsweise dennoch fast schon für sittenwidrig und bin gespannt, ob sie für die PSK rechtliche Folgen hat.
Mittwoch, 12. Mai 2010 17:07
ок важно