Beiträge vom August, 2009

Was bringt der Internationale Studentenausweis ISIC wirklich – in den USA, oder in Südamerika?

Samstag, 22. August 2009 17:13

Vor meiner Reise in dieses Land googelte ich mehrere male nach einer Antwort auf diese Frage, doch kam ich auf kein zufriedenstellendes Ergebnis. Also habe ich die 10 Euro genommen und mir doch noch einen Ausweis ausstellen lassen.

Fazit: Der Ausweis bringt absolut NICHTS!
Es gibt so gut wie keine Studentenermässigungen in den USA, sondern nur welche für Kinder und natürlich Senioren. In New York mag es einige Museen geben die eine Studentenermässigung anbieten, jedoch fährt man viel günstiger wenn man sich einen CITY PASS kauft, der alle Museen und Attraktionen beinhaltet (50% Ersparnis)
Der Studentenausweis wird auch nicht in allen Bars oder Supermärkten akzeptiert um dort Alkohol kaufen zu können oder diese betreten zu dürfen, da der Ausweis extrem billig aussieht und sehr leicht gefälscht werden kann. Ein Führerschein wird viel leichter akzeptiert. Wir konnten den Ausweis während unserer 5 wöchigen Rundreise kein einziges mal verwenden.

Für Südamerika (dort war ich 2007): Hier gibt es an bestimmten Attraktionen durchaus Ermässigungen für Studenten, jedoch akzeptieren die Ticketschalter auch zu 99% einen Universitätsausweis (Scheckkarte). Ich war 7 Wochen in Südamerika, und es gab in dieser Zeit genau EINE Attraktion die den ISIC Studentenausweis wollte – die 12 Attraktionen Rundreise um die Stadt Cusco herum. Für Machu Picchu wurde kein ISIC benötigt. (Tja, und wir haben den Ticketverkäufer damals ausgetrickst, denn mein Kollege hatte einen ISIC Ausweis den wir dann einfach 2 mal hintereinander verwendet haben)

Weiters: ISIC zählt auf seiner Webseite isic.org verschiedenste Attraktionen auf, die man speziell mit dem Studentenausweis günstiger bekommen sollte. Was man dabei verschweigt: Diese Touristenattraktionen werden extrem stark beworben und versuchen alles mögliche um Leute anzulocken – man bekommt diesen Discount also ziemlich sicher wenn man einfach so danach verlangt, oder man bekommt den Discount mit einem der hunderten von Flyern die in allen Hotels aufliegen. Die wichtigsten Dinge wie Freiheitsstatue und Empire State Building sind aber natürlich nicht dabei, dort gibt es keine Studentenrabatte – ergo: Wer einen City Pass kauft ist immer besser dran.
Extrembeispiel: Auf ISIC.org ist als Attraktion angeführt dass man mit dem Ausweis am Mittwoch gratis in den Bronx Zoo gehen darf. Super. Das kann aber absolut JEDER, denn der Zoo ist am Mittwoch gratis.

Letztes Statement dazu: Der Ausweis ist etwa gleich viel Wert wie das Papier auf dem er gedruckt wurde. Wenn ihr euer Geburtsdatum auf einen Bierdeckel schreibt habt ihr gleich viel Spaß.

Thema: Haus und Hof | Kommentare (0) | Autor: Elwood

District 9 = Der späte Sommerhit in Europa

Freitag, 21. August 2009 19:29

Vorab: Keine Angst vor dem Lesen, ich werde keine wichtigen Filmdetails verraten…

Vor 3 Tagen habe ich den Film District 9 in einem US-Kino gesehen, und seit langem war ich von einem Science Fiction Film nicht mehr so begeistert. Auch im Time Magazin steht: Vergesst G.I. Joe, der wahre Sommerhit wird Disctrict 9 werden.
Was hat der Film nun? Nun, die meisten werden es kaum glauben, aber es ist keine Hollywood Produktion, sondern der Film kommt aus Südafrika, einem bisher eher wenig bekannten Terrain für Action und Sci-fi Filmen. Auch wenn überall stark mit dem Namen Peter Jackson (Herr der Ringe) geworben wird, so sind für den Film und Story eigentlich ein gewisser Neill Blomkamp (29) verantwortlich, der es geschafft hat Südafrikas heisse politische Geschichte in eine mit Alien verstrickte Geschickte zu packen – aber ohne diese Hintergründe dem Publikum zu offensichtlich und direkt aufzubürden. Die Aliens landen also in Johannesburg, nachdem ihr Raumschiff nicht mehr funktionstüchtig ist. Anstatt der üblichen Kriege folgt aber etwas ganz anderes – die Außerirdischen leben seit 20 Jahren in einem Slum am Stadtrand, auf Müllhalden, ohne sich um die Gesetze oder Moral der Menschen viel zu kümmern. Sie sind die Underdogs, aber ihre Zahl steigt täglich, denn schon 1.5 Millionen leben dort. Und somit werden sie zu einem Problem, einem lästigen Problem das man halt doch mal durch umsiedelung beseitigen sollte. Vielleicht wird man dann auch das Problem der speziesübergreifenden Prostituion endlich los…

Wer ist eigentlich der Held des Filmes? Nein, kein Arnie, Bruce oder deren harten Kumpels. Der Held des Filmes ist ein alter Schulfreund von Autor Bloomkamp, Sharlto Copley, der in seinem ersten Film gleich voll überzeugen kann. Er spielt den leicht minderbemittelten Wikus, dessen Aufgabe es Anfangs ist, alle Außerirdischen in District 10 umzusiedeln. Keine leichte Aufgabe für eine einzelne Person, noch dazu wenn er jeden Alien persönlich besucht und um eine Unterschrift für die Genehmigung der Umsiedelung bittet. Wikus fängt sich dabei – unvorsichtig wie er vorgeht – einen Virus ein, und mutiert selbst teilweise zum Alien. Damit fängt die Geschichte erst richtig an, und ihre Wendungen sind niemals vorhersehbar.

Der Film hat auch nicht das typisch  anmutende Scienfiction Umfeld, wo sich alles im düsteren dunkel der Nacht abspielt. Die Insektoiden Aliens klettern in der prallen Sonne Johannisburgs über die Müllhalden, die Kameraaufnahmen sind roh und unbearbeitet. Dazu wechselt die Story immer wieder vom realen Film in einen Dokumentationsstil über, wird von Nachrichtensendungen getragen die über das Geschehen berichten, und mittendrin verfolgt man das ganze manchmal nur mehr über schwarzweiß Überwachungskamers. All diese Elemente tragen unheimlich dazu bei, einem das Szenario als so realistisch wie möglich darzustellen. Trotzdem ist District 9 kein Endzeit Thriller, die Geschichte gibt Hoffnung, Slapstick sowie splatterhaft explodierende Körper tragen zur Unterhaltung bei, und Fans richtiger Ballereien kommen sicher nicht zu kurz. Aliens betrügen die Menschen, genauso wie diese denken gerade ein gutes Geschäft gemacht zu haben, und die weiße “Führung” des Landes versucht Wikus mutierten Körper in Einzelteilen um Millionen zu verkaufen.
District 9 ist übrigens eine Anspielung auf den tatsächlich existierenden District Six, ein Gebiet in Johannisburg in welchem nur Weiße leben durften.

Also: Unbedingt ansehen – selbst meine Freundin die absolut keine Action und keine Science Fiction Filme mag sagte: “Ja, der war gut” :-)
Apropos – obwohl mein Englisch nicht so perfekt ist kann ich den Film im Originalton empfehlen, denn Wikus spricht einen dämlichen Ausländerakzent der sich in etwa wie uns Hauptschulenglisch anhört, und die Aliens haben sowieso Untertitel, da Ihre Sprache nur aus irgendwelchen Würgelauten besteht.

Thema: Haus und Hof | Kommentare (0) | Autor: Elwood

Kennt kein Gegenteil