District 9 = Der späte Sommerhit in Europa

Vorab: Keine Angst vor dem Lesen, ich werde keine wichtigen Filmdetails verraten…

Vor 3 Tagen habe ich den Film District 9 in einem US-Kino gesehen, und seit langem war ich von einem Science Fiction Film nicht mehr so begeistert. Auch im Time Magazin steht: Vergesst G.I. Joe, der wahre Sommerhit wird Disctrict 9 werden.
Was hat der Film nun? Nun, die meisten werden es kaum glauben, aber es ist keine Hollywood Produktion, sondern der Film kommt aus Südafrika, einem bisher eher wenig bekannten Terrain für Action und Sci-fi Filmen. Auch wenn überall stark mit dem Namen Peter Jackson (Herr der Ringe) geworben wird, so sind für den Film und Story eigentlich ein gewisser Neill Blomkamp (29) verantwortlich, der es geschafft hat Südafrikas heisse politische Geschichte in eine mit Alien verstrickte Geschickte zu packen – aber ohne diese Hintergründe dem Publikum zu offensichtlich und direkt aufzubürden. Die Aliens landen also in Johannesburg, nachdem ihr Raumschiff nicht mehr funktionstüchtig ist. Anstatt der üblichen Kriege folgt aber etwas ganz anderes – die Außerirdischen leben seit 20 Jahren in einem Slum am Stadtrand, auf Müllhalden, ohne sich um die Gesetze oder Moral der Menschen viel zu kümmern. Sie sind die Underdogs, aber ihre Zahl steigt täglich, denn schon 1.5 Millionen leben dort. Und somit werden sie zu einem Problem, einem lästigen Problem das man halt doch mal durch umsiedelung beseitigen sollte. Vielleicht wird man dann auch das Problem der speziesübergreifenden Prostituion endlich los…

Wer ist eigentlich der Held des Filmes? Nein, kein Arnie, Bruce oder deren harten Kumpels. Der Held des Filmes ist ein alter Schulfreund von Autor Bloomkamp, Sharlto Copley, der in seinem ersten Film gleich voll überzeugen kann. Er spielt den leicht minderbemittelten Wikus, dessen Aufgabe es Anfangs ist, alle Außerirdischen in District 10 umzusiedeln. Keine leichte Aufgabe für eine einzelne Person, noch dazu wenn er jeden Alien persönlich besucht und um eine Unterschrift für die Genehmigung der Umsiedelung bittet. Wikus fängt sich dabei – unvorsichtig wie er vorgeht – einen Virus ein, und mutiert selbst teilweise zum Alien. Damit fängt die Geschichte erst richtig an, und ihre Wendungen sind niemals vorhersehbar.

Der Film hat auch nicht das typisch  anmutende Scienfiction Umfeld, wo sich alles im düsteren dunkel der Nacht abspielt. Die Insektoiden Aliens klettern in der prallen Sonne Johannisburgs über die Müllhalden, die Kameraaufnahmen sind roh und unbearbeitet. Dazu wechselt die Story immer wieder vom realen Film in einen Dokumentationsstil über, wird von Nachrichtensendungen getragen die über das Geschehen berichten, und mittendrin verfolgt man das ganze manchmal nur mehr über schwarzweiß Überwachungskamers. All diese Elemente tragen unheimlich dazu bei, einem das Szenario als so realistisch wie möglich darzustellen. Trotzdem ist District 9 kein Endzeit Thriller, die Geschichte gibt Hoffnung, Slapstick sowie splatterhaft explodierende Körper tragen zur Unterhaltung bei, und Fans richtiger Ballereien kommen sicher nicht zu kurz. Aliens betrügen die Menschen, genauso wie diese denken gerade ein gutes Geschäft gemacht zu haben, und die weiße “Führung” des Landes versucht Wikus mutierten Körper in Einzelteilen um Millionen zu verkaufen.
District 9 ist übrigens eine Anspielung auf den tatsächlich existierenden District Six, ein Gebiet in Johannisburg in welchem nur Weiße leben durften.

Also: Unbedingt ansehen – selbst meine Freundin die absolut keine Action und keine Science Fiction Filme mag sagte: “Ja, der war gut” :-)
Apropos – obwohl mein Englisch nicht so perfekt ist kann ich den Film im Originalton empfehlen, denn Wikus spricht einen dämlichen Ausländerakzent der sich in etwa wie uns Hauptschulenglisch anhört, und die Aliens haben sowieso Untertitel, da Ihre Sprache nur aus irgendwelchen Würgelauten besteht.

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Autor: Elwood
Datum: Freitag, 21. August 2009 19:29
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