Grüne Zone wird in Graz erweitert. Wehrt euch!

Am Wochenende um den 17 bis 18 April 2010 wurden die Grünen Zonen im Stadtgebiet von Graz noch einmal erweitert. Ziel ist es wohl all jene die schon seit langem vor den Gebühren flüchten nun endgültig den letzten Parkplatz zu nehmen. Der östliche Teil der Heinrichstraße ab der ÖMV Tankstelle sowie alle abzweigenden Straßen (Panoramastraße, Schönbrunngasse) wurden still und heimlich umgefärbt, in den nächsten Tagen kommen dann wohl die Parkautomaten hinzu.

Wenn trifft es hier?CMS_Parkkarten

Die Frage ist nun, wenn trifft diese neue Grüne Zone? Geschäfte und Lokale gibt es in dieser Straße kaum welche, aber diese dürften natürlich die stärkste Lobby bei unserem ÖVP Bürgermeister haben. In diesem Gebiet wohnen fast nur Studenten, wie man an den Kennzeichen leicht erkennen kann. Kaum ein Grazer Auto ist zu finden. Jetzt werden also endgültig die Ärmsten Abgezockt. Warum Ärmsten? Nun, als Student lebt man durchschnittlich von 500 bis 670 Euro im Monat (davon ist bitte die Miete zu zahlen) – die neue Mindestsicherung unserer Bundesregierung beträgt 744 Euro, weniger soll kein Mensch in Österreich haben heißt es von Seiten der Regierung. Interessant wenn man sich das so anhört. Jeder darf sich dazu selber seine Gedanken machen.
Und diese Studenten dürfen jetzt weitere 105 bzw. 162 Euro pro Jahr an die Stadt Graz abliefern sofern sie ein Auto haben. Sehr schön wo man sich das Geld holt in Graz. Umgekehrt sollte sich die Stadt einmal Gedanken darüber machen wie sie ohne die ganzen Studenten aussieht. (Siehe Juli bis Mitte September: leere Lokale, leere Bars, tote Stadt)

Protestiere

nagl_laermDa ich finde, dass es mit der Abzockerei endgültig reicht habe ich diese Plattform dafür zur Verfügung gestellt. Ja, ich denke auch eine kleine Gruppe kann durch genügend Druck etwas erreichen. Beschwert euch bei Bürgermeister Siegfried Nagl buergermeister.nagl@stadt.graz.at, schreibt ihm was ihr über die neue Parkgebühr in eurer Straße denkt. Fragt ihn wo Ihr parken sollt, und wo Ihr um einen Parkgebührenzuschuss ansuchen könnt. Nervt diese Leute hier (verkehrsplanung@stadt.graz.at) einmal ordentlich, damit sie anfangen ein wenig nachzudenken.

Schnell reagieren – bis 10 Mai!

Auf dem Portal der Stadt Graz ist nachzulesen welche Grünen Zonen wann aktiviert werden.
http://www.graz.at/cms/beitrag/10140628/3135769
Anmerkung dabei: * (Planung = falls keine gravierenden äußeren Einflüsse auftreten). Das heißt jetzt schnell reagieren, protestiert gegen diese neuen Grünen Zonen. Zeigt dem Bürgermeister und der Verkehrsplanung, dass ihr hier keine Grüne Zone wollt!

Warum gibt es Grüne Zonen

Das Konzept der Grünen Zonen sollte eigentlich Parkplätze für die Anrainer der Innenstadt zur Verfügung stellen. So wurde dieses Konzept entwickelt. Was die Politik daraus macht ist ganz klar – eine Parksteuer mit klingendem Namen, hat er doch den Hauch von Ökologie und Umwelt in sich. Tatsächlich ist es eine Veräppelung aller Bürger, denn wenn man die ganze Stadt zur GRÜNEN ZONE erklärt hat sich das Projekt selbst obsolet gemacht. Jeder muss sich wieder eine Karte zum Parken in Grünen Zonen kaufen, und jeder parkt wieder überall in der Stadt (denn die Pauschalkarte gilt für ALLE Grünen Zonen in der Stadt). Das ganze Projekt hat am Ende nur Geld in die Stadtkasse gebracht.

Mach dir selbst ein Bild:
Sieh dir die Grünen Zonen der Stadt Graz an. Diese liegen Großteils überhaupt nicht im Innenstadtbereich, sondern in leicht verbauten Gebieten wie in Geidorf in der Schubertstraße. Geht man durch die Schubertstrasse, so sind hier meist 50% der Parkplätze frei. Warum? Nun, die Studenten die hier vorher parkten mussten alle in die Heinrichstraße und weiter hinaus ausweichen, denn wer möchte einfach so 100 Euro zahlen für einen Parkplatz den er vorher auch leicht bekommen hätte? Nun ist die Heinrichstraße voll, also macht man diese zur Grünen Zone. Gerade aus diesem Grund wurden diese Zonen in den letzten Jahren auch immer erweitert. Weil die Leute einfach ausweichen, manche um etwas zu sparen, manche weil sie sich das nicht leisten können. Und die Stadt spricht ganz einfach von einem ‘erfolgreichem Konzept das erweitert gehört’. Tolle Politik.
Ist dies das einzige Beispiel? Nein – seht euch die Kreuzgasse an. Diese wurde 2007 zur Grünen Zone, seitdem ist sie autoleer, dafür parken alle in der nächsthöheren Nebenstraße. Jetzt ist das auch eine Grüne Zone. Das Konzept ist ganz einfach – solange nicht alle zahlen, wird die Stadt die Grünen Zonen erweitern. Es geht ja schließlich um das Geld, nicht darum etwas zu verbessern.

Antrag auf Parkkostenzuschuß

Genauso wie es einen Mietkostenzuschuss und einen Heizkostenzuschuß gibt, werden wir jetzt einfach folgendes machen. Wir verlangen von der Stadt Graz einen Parkkostenzuschuss. Wie soll ich sonst weitere 105 Euro Belastung hinnehmen? Sind wir so weit dass nun jeder auf das Auto verzichten muss, auch wenn er am Wochenende heim ins hinterste Seitental in Kärnten fährt?

Wo werden ab Mai überall neue Parkzonen eingeführt?

http://www.graz.at/cms/beitrag/10140628/3135769
Macht euch ein Bild. 5600 neue Parkplätze werden zur Grünen Zone. Kurz hochgerechnet ergibt das 560.000 Euro pro Jahr für die Stadt Graz von Anwohnern, Plus die Gebühren in den Parkautomaten (jeder Besucher zahlt ja auch pro Stunde), plus Strafzettel. Schätzungsweise 700.000 Euro wird sich die Stadt wohl pro Jahr mit diesen Grünen Zonen holen. Danke Herr Bürgermeister.

Ist die Bodenmarkierung eigentlich ausreichend?

Schon seit es diese dilettantischen Grünen Zonen gibt habe ich mich immer gefragt ob die Bodenmarkierung überhaupt ausreichend ist. Mein Vater – zum ersten mal in Graz – parkte natürlich prompt in einer Grünen Zone, irgendwo mittendrin wo alles weiß markiert ist. Wenn ich in einer fremden Stadt parke und die Parkplatzmarkierung ist zu 99% weiß, nur ganz am Ende und ganz am Anfang befindet sich ein grüner Strich, ich würde das niemals erkennen. Die Bodenmarkierungen sind farblich von der EU vorgeschrieben, es ist also wirklich zu hinterfragen ob diese 2 kleinen kurzen grünen Striche genügen. Ja ich weiß, die Hinweistafel am Anfang der Zone gibt es auch noch, trotzdem ist das meiner Meinung nach zu wenig. Wenn jemand eine genauere Rechtsauskunft geben kann wäre ich daran sehr interessiert.

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Autor: Elwood
Datum: Montag, 19. April 2010 17:57
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3 Kommentare

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    Volle Zustimmung zu dem hier Geschriebenen.
    Nur was will man von einer grünen Vizebürgermeisterin und verantwortlich für die Grazer Verkehrpolitik anderes erwarten?
    Als Autohasserin beschliesst sie Massnahmen um die Autofahrer abzuzocken.
    Die Infrastruktur dafür wird nach und nach erweitert – in weiterer Folge kann dann locker immer weiter an der Gebührenschraube gedreht werden.
    Nur: Der Grazer Wähler hat so entschieden. Solange die Autofahrerpartei die Interessen der Autofahrer vertreten hat, stockte der Ausbau der Zonen. Nachdem diese Kontrollinstanz weg war, wuchert die Zone schnell wie ein Krebsgeschwür.
    Allein die Ankündigung im Magazin Big liest sich wie ein Hohn. Wir schaffen Parkplätze!!!
    Als ob einen kurzen grünen oder blauen Strich zu pinseln irgendein Mehrwert darstellt.
    Abzocke in Reinkultur!
    Ich kann nur an Grazer appellieren, die dieses Geschehen nicht goutieren, bei der nächsten Wahl sich ganz genau zu überlegen wen sie wählen!
    Wehrt euch in der Wahlkabine!
    Wer das nicht tut, leistet dem Vorschub. Vielelicht tritt ja eine Partei an, die das thematisiert, und die Zonen rückgängig macht.
    Das was hier geschieht ist nichts von der Natur vorgegebenes – es ist von mitelalterlichen Politikern gemacht,
    die eine moderne Wegelagerei versuchen.
    In dem ist die Politik sowieso Spitze:
    Im Kassieren ohne eine Gegenleistung zu bieten!

  3. 3

    Ich habe heute bei der Kleinen Zeitung unter 0316 875-0 angerufen und mich in die Redaktion verbinden lassen. Dort erreicht ich einen netten Herrn, den ich auf diesen Skandal ansprach und ihn fragt, ob die Kleine nicht einmal einen größeren Artikel darüber schreiben könnte.

    Je mehr Leute dort anrufen, desto besser!
    Diese miese Abzocke der Stadtbonzen dient weder dem Umweltschutz noch den Anreinern, da geht es nur um die Sanierung der maroden Stadtkassen. Wenn man sich anschaut, dass diese selbstgtefälligen Politiker und Beamten die grüne Zone im Herbst bis Maria Trost erweitern wollen, weiß man alles! Selbst parken sie ihre Schlitten sicher gratis in der Keesgasse bei der Parkraumbewirtschaftung oder auf anderen Gratisparkplätzen!

    Wenn es nach denen geht ist im Herbst ganz Graz eine blaue bzw. grüne Zone! Seit dieser Aktion sind die Grünen für mich nicht mehr wählbar!

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Kennt kein Gegenteil